Hier findest du immer mal wieder amüsante, interessante und informative Meldungen von der Isla Bonita La Palma. Ich bemühe mich nicht um Objektivität, was sicher gut gelingt :-). Da ich inzwischen "nur" noch einige Monate im Jahr auf der Insel verbringe, geht einem die Betriebsblindheit verloren :-) und die Sicht auf die Dinge wird überraschend klar!


Ich freue mich sehr sehr sehr über Rückmeldungen und Kommentare - seit nicht so schreibfaul

Alles Banane

Alles Banane jetzt auch von La Palma nach Deutschland?


banane la palmaAb sofort soll die palmerische Variante meiner Lieblingsfrucht nun auch die Herzen der deutschen Konsumenten erfreuen! Wie Henry Sicilia Hernández, der Präsident des Landschaftsverbandes (Asage) ankündigte, sollen Köln und Berlin die Speerspitzen der Bananisierung Deutschlands werden, Kaufhof und Karstadt sollen die Frucht unters Volk bringen. Gleichzeitig wird eine Kampagne zur Vermarktung  in Frankreich und Deutschland gestartet.

Ob das nun wirklich eine gute Nachricht ist, liegt im Auges des Betrachters, ich persönlich habe da so meine Bedenken.

Zwar wird ja immer von den Claqueure der Bananenmafia behauptet, dass die kanarischen Bananen zwar nicht so gut aussehen und so groß daherkommen, wie die Südamerikanischen, doch vom Geschmack her viel aromatischer wären.

Da ich nun das große Privileg habe, mich zwischen den Welten bewegen zu dürfen, ist da mein Geschmack noch nicht von jahrelanger kanarischen Bananen verdorben.Für mich ist Deutschland geradezu ein Bananenparadies, es gibt die goldenen Dinger ab 99 Cent/kg beim Discounter bis zu 2,99 €/kg als erstklassige Bioware im Biomarkt. Preislich dazwischen liegt eine 1A Chiquita für 1,99€/kg - und wer behauptet, die würde nicht schmecken, isst die Dinger entweder grün oder hat vorger palmerische Bananen geraucht. Stimmt, vor 20 Jahren waren die kleinen kanarischen Dinger ganz lecker, aber heute gibt es wirklich gute Exemplare auch nur noch vom Nachbarn.

Aber alles Geschmackssache sagte der Affe und biss in die Seife. Interessant ist doch immer nur das "Cui bono" - wem nutzt es? Natürlich zunächst dem Bananenbaron auf La Palma aber auch den kleinen Landwirten, denn die bekommen erst den Anbau massiv subventioniert und dann auch noch für die EU-bezahlten Dinger eine Vermarktungsinitiative gestellt, guter Deal.Da ist mal wieder prima Lobbyarbeit geleistet worden. Dem Kleinbauern ist die Initiative natürlich zu gönnen, ich bezweife jedoch, das so Anreize für ein Umdenken in Sachen Bananen-Monokultur gefördert wird.

Es geht also lustig weiter mit der Verschandelung der Landschaft mit Plastikplanen, dem Spritzen, Giften und Düngen und der immensen Wasservergeudung.

Sehen wir es mal ökonomisch: Es ist kaum damit zu rechen, das sich konventionell angebaute La Palma-Giftbananen in deutschen Supermärkten behaupten (auch nicht wenn man behauptet, die würden besser schmecken), also bleibt nur die Möglichkeit, es mit biologisch angebauten Exemplaren zu versuchen.

Nun soll mir aber mal jemand erklären, warum ich in Deutschland kanarische Bananen den Fair-trade Bananen aus ökologischem Anbau aus Mittelamerika vorziehen soll?

Im Gegenteil auch aus ökologischen ethischen Erwägungen und im Sinne der Nachhaltigkeit ist es sinnvoll, Früchte dort anzubauen, wo die klimatischen Bedingungen optimal sind -mal vorausgesetzt es wird fair gehandelt, kein Heer von Arbeitssklaven ausgebeutet und die Nutzflächen nicht der heimischen Substizienzwirtschaft entzogen. Und in dieser Bezeihung ist bereits ein Umdenken in Gang, selbst bei Penny gibt es schon Biobananen.


Ich sehe nur mal wieder viel Rauch um Nichts und wie so häufig wenig durchdachten und wenig zielführenden Aktionismus.


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